Grüße zum 10. Dezember 2020
Adventskalender 2020

10. Dezember 2020

Hallo zum Donnerstag! Mein Tag heute beginnt mit einem Rückblick ins vergangene Jahr. Ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleitet.

Am 10. Dezember 2019 schrieb ich dieses:

Wir müssen achtsam sein auf unsere Worte, weil sie wirken. Auf uns als Mensch selbst, aber auch auf die Menschen die unsere Worte hören oder lesen. Worte haben Macht und sie machen sehr viel. Nicht immer gleich, nicht immer im Vordergrund, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie wirken ist da.

Worte können aufbauen, stärken und zuversichtlich stimmen. Sie können aber auch verletzen, entwürdigen und zerstören. Was aus dem Mund heraus ist, ist quasi angekommen im Raum und entfaltet sich.

Sind diese Worte aus den Tippfingern gekommen, kommt es darauf an, ob man sie zurück nehmen kann beim Korrektur-lesen, oder ob sie wie in einem Chat direkt veröffentlicht sind. Da kommt das Bild in`s Thema, denn Menschen, deren Beruf es ist, Worte zu Sätzen und Aussagen zu formen haben eine besondere Verantwortung. Ihre Worte wirken auf Viele, viele Menschen. Sie können deren Betrachtung beeinflussen und ihre Richtung der Gedanken und/oder mitunter Kaufentscheidungen.

Das was ich in den letzten Monaten, Wochen und auch besonders in den letzten Tagen gelesen habe, bringt mich oft an Grenzen. Wohlgemerkt an MEINE. Da wo mein Verständnis aufhört, ist nicht automatisch die objektive Grenze. Ganz unterschiedliche Lebenskonzepte, Erfahrungen und Möglichkeiten sind es, die Worte und Ausdrucksformen prägen und natürlich auch von deren Bedeutung, Erwartung und Verlangen sprechen.
Ich glaube, ich schrieb es oft – mein JA kann dein NEIN sein. Ganz prägend fand ich dabei den Film „Bruce Allmächtig“ von 2003.

Ich liebe diesen Film! Auf alle „eingehenden Gebete“ gab er als Antwort ein JA und daraus entstand nicht etwa die erwartete Zufriedenheit, sondern … nun ja, ich glaube, das könnt ihr euch denken. Wenn alle einen Sechser im Lotto haben wollen, wird die Summe kleiner, als wenn es nur wenige Glückliche gibt. Das ist vielleicht nur verständlich, wenn man Lotto spielt, aber es ist schon wichtig, die Welt einmal aus verschiedenen Sichten zu betrachten und dazu gehört es, sich auf die Argumente und Worte einzulassen, die „hinter“ der eigenen Grenze sind.

Schafft man es, sich der anderen Ansicht gedanklich zu nähern beginnt Verständnis. Wobei dieses Wort auch zu differenzieren ist, denn ich meine damit nicht eine Zustimmung die automatisch einsetzt, sondern das verstehen Dessen, was der Andere sagen will, welche Inhalte vermittelt werden soll(t)en. Hat man sich dann verstanden – die Bedeutungen des Gesagten erfasst, kann man sich wirklich damit auseinandersetzen. Aber es erfordert zuhören, nachfragen und ernst nehmen. Das ist in unserer aktuellen Zeit eher nicht die Regel und das macht mich traurig und immer öfter auch ratlos.

Wir alle sind in der Adventszeit und diese ist 2020 besonders. Wohlgemerkt für Jeden und egal, wo wir uns befinden. Es bleibt uns Allen nichts anderes übrig als diese Zeit so gut es geht mit allen Einschränkungen, die wichtig sind und den verbliebenen Möglichkeiten zu leben. Vielleicht hilft es dabei den Zeitabstand, auf den wir blicken zu reduzieren. Plant und lebt man „nur“ den aktuellen und den kommenden Tag, reduziert sich der mögliche Druck der entsteht wenn man sich mit dem Verzicht beschäftigt. Ich habe diese zeitliche Reduzierung immer dann praktiziert, wenn es Not in meinem Leben gab. Mitunter gab es nur den Blick auf die aktuelle und die kommende Stunde. Mir hat es immer geholfen, auch weil die Vorhersage, wie die Zeit danach sich gestalten würde, nicht nur meine Kapazitäten überstieg, sondern auch weil es unmöglich ist, alles Unvorhersehbare vorauszusagen. Immerhin kann das Unvorhersehbare auch Glück sein. 

Wie auch immer, der Tag vor einem Jahr hatte für meine Eingangsworte eine andere Ursache. Heute hat mich die Diskussion wie es mit dem Lockdown in unserem Land weiter gehen wird vom ersten Radio anmachen bis in den späten Abend begleitet. Für und wieder habe ich mir angehört und ehrlich ich bin froh, nicht entscheiden zu müssen für andere Menschen. Ich muss und kann das nur für mich. 
Diese Entscheidung ist ganz klar: Da es hilft, die Menschen und auch mich zu schützen vor weiterer Ausbreitung des Corona Virus, sind Kontakte außerhalb der Familie und bei der Arbeit mit entsprechenden Schutzmaßnahmen, solange keine Notwendigkeit, bis wir damit wieder anders umgehen können. Nicht weil ich – weil wir als Familie das müssen, sondern weil wir es wollen.

In diesem Sinne wünsche ich uns Allen einen schönen Donnerstag!

Bis morgen – Eure Anne 


Spruch des Tages

Das Geheimnis des Glücks liegt darin, gern zu tun, was man ohnehin tun muss.
Aldous Huxley