Adventskalender 2006

Engel…

Immer weniger Türchen sind noch zu öffnen, immer weniger Säckchen hängen noch an den Adventskalendern, immer deutlicher wird – bald ist es so weit .
Aber das soll uns nicht dazu verleiten, in noch größere Hektik auszubrechen, wir wollen uns trotz alledem zumindest für kurze Zeit aus dem Stress ausklinken, uns gemütlich hinsetzen, ein Tässlein Kaffee oder Tee trinken und genießen. Viel Arbeit habe ich heute nicht damit, Euch Euer „Genussmittel“ zu bereiten – ich gebe die Tasten ab an Edith – Benedicta :

Kleine Nachdenkerei über Engel

Weihnachten ist ja eine Zeit, in der man von allen Seiten mit Engel(chen) zugekleistert wird: große Engel, kleine Engel, Puttenengel, Werbeengel, Engel im Programmtrailer von Pro7, Engel im knappen Kostüm in der Einkaufspassage… Engel immer und überall.

Aber sind Engel wirklich die fliegenden, überirdisch schönen Wesen, die uns immer vorgegaukelt werden?

Oft sagt man zu jemandem „du bist mein Engel“: zu der Nachbarin, die ein sehnlichst erwartetes Paket entgegennimmt; zu dem jungen Mann, der bremst, weil eine alte Dame nicht so schnell über die Straße kann; zu dem Busfahrer, der wartet, weil er sieht wie ich noch zur Haltestelle renne.

Ist ein Engel also jemand, der mir oder anderen hilft?

Manchmal verbaut einem jemand eine Möglichkeit, und man ist demjenigen deswegen böse – nur um Jahre später festzustellen, dass man dadurch vor schlimmerem bewahrt wurde: Ein Arzt, der den Manager nach einem Herzinfarkt zum Kürzertreten zwingt um einen schlimmeren Infarkt zu verhindern; ein Prüfer, der den Studenten nicht bestehen lässt – zuerst eine Katastrophe, aber im Nachhinein stellt sich heraus, dass ein anderer Beruf sehr viel erfüllender ist. Sind diese Menschen nicht auch irgendwie Engel – nur „verkleidet“?

Was sind denn nun Engel? Engel sind tatsächlich immer und überall, man muss sie nur entdecken – jeder könnte einer sein!

Dazu passt dieses Gedicht, das ich vor Jahren mal gehört habe, und dass mich seither begleitet hat:

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrein,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.

Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand,
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben dir, Wand an Wand,
der Engel.

Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
der Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht,
und er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
der Engel.

Er steht im Weg und er sagt: Nein,
der Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein
es müssen nicht Männer mit Flügeln sein,
die Engel.

Rudolf Otto Wiemer

Edith ist heute nicht nur Gastschreiber im Türchen, sondern auch 1. Sponsor des Tages. Passend zu ihrem Text hat sie diesen Engel aus Perlen gebastelt und seine Entstehung dokumentiert.

Hier könnt Ihr sie Euch runterladen, um aus ca 500 kleinen Perlen Euren persönlichen kleinen Engel zu basteln.

Wenn Ihr nun aber durch die Menge der Perlen abgeschreckt seid, so hat Edith noch eine Überraschung für Euch parat – den abgebildeten Engel dürfen wir nämlich verlosen. Eine von Euch braucht keinen Draht zu schwingen, nur eine Email müsst ihr schreiben. Erzählt uns eure Gedanken über Engel, was ihr damit verbindet!

Unser 2. Sponsor des Tages ist Hedi Engelmann. Sie schrieb uns, ob sie auch einen Preis stiften dürfte – es würde sich um den berühmten Klammerbeutel handeln.

Ich gestehe – ich war anfangs ein wenig ratlos, konnte mir so gar nichts darunter vorstellen. Bis ich dann das Foto sah – so ein Helferlein ist sicherlich sehr praktisch!

Wenn ihr den Beutel gewinnen wollt, dann schreibt uns eine Email – wir wollen wissen, wie Euer Geschenkestatus aussieht! Alles schon eingekauft und verpackt? Oder sind da einige Sachen lediglich im Ideenstatus – oder noch dramatischer – seid ihr noch völlig planlos?

Auch heute gibt es wieder die

Teilnahmebedingungen:

Es führt leider kein Weg daran vorbei – die Teilnahmebedingungen müssen auch heute wieder formuliert werden. Eine Email hätten wir gerne, und jene sollte die jeweilige weiter oben gestellte Frage beantworten. Außerdem muss sie Eure vollständige Adresse enthalten – oder der Lostopf bleibt verschlossen

Bekannt sollte mittlerweile sein, dass die Mail vor 24 Uhr eintreffen muss – sonst ist die Tür schon zu. Für Sende- oder Routing-Probleme übernehmen wir keine Verantwortung und auch der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, genauso wie eine Barauszahlung der Gewinne nicht möglich ist.

Engelhafte Post hätten wir gerne an miss_japan@gmx.de / advent@hobbyschneiderin.de – manuell mit dem Betreff 22.Dezember 2006 Gewinn Engel.

Und für den Klammerbeutel haben wir hier den Link vorbereitet: miss_japan@gmx.de / advent@hobbyschneiderin.de – manuell mit dem Betreff 22.Dezember 2006 Gewinn Klammerbeutel.

Teilnahmebedingungen, Gewinnspiele – da muss es doch auch Verkündungen geben! Gab es auch, jede Menge sogar. Sicher ist Euch das viele Täterätääääääten im Forum nicht entgangen, und wenn doch – der Blick ins Forum Kalendertage kann zu unverhoffter Freude führen.

Abschließen möchte ich den Tag mit einem Gedicht, was wir zugeschickt bekamen, von Tanja, Tan im Forum, mit folgenden Worten:

Es hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich musste dann relativ schnell an Euren Adventskalender denken. Ihr habt mich verzaubert und mir wunderschöne Momente beschert – sei es mit Geschichten zum Schmunzeln, mit längst vergessenen Erinnerungen und auch mit Gedanken, die durchaus kritisch waren und zum Nachdenken angeregt haben. Lange ist es nicht mehr bis Weihnachten, viele Türchen sind nicht mehr zu öffnen, vielleicht ist aber doch noch irgendwo ein Plätzchen und vielleicht, aber nur vielleicht gefällt das Gedicht Euch auch und Ihr könnt und wollt es weitergeben.

Der alte Weihnachtsmann

Wer gammelt so spät noch durch Sträucher und Tann,
ich mag es nicht glauben, der Weihnachtsmann.
Sein Mantel ist rot und sein Bart nicht verschneit,
und für einen Schwatz hat er wohl eh keine Zeit.

Die Hände voll mit Tüten von Aldi und Netto,
und bestimmt hat der Alte auch noch andere Marken in petto.
Jetzt wird mir’s auch klar und ich wundre mich nich,
das ich jedes Jahr von Aldi nen Schlafanzug krich.

Er schleppt sich kraftlos dahin durch Fichten und Tann
Und es ist nicht mehr aus der Kindheit der Weihnachtsmann.
Denn der kam mit einen Schlitten und Rentier davor,
darauf einem Sack voll Spielzeug und Süßen und dazu sang ein Engelchor.

Der Weihnachtsmann aus der Kindheit war ein lustiger Mann,
doch der hier ist traurig man sieht es ihm an.
Er schleppt keinen Sack mehr mit kleinen Geschenken
Nein er hält duzende Plastiktüten in seinen knorrigen Händen.

He Alter, so sag ich ganz still vor mich hin.
Was ist nur aus Dir geworden, was ist des Weihnachtsfest Sinn?
Da plötzlich dreht er sich zu mir um,
er macht einen Schritt auf mich zu und ich werde stumm.

Dann spricht er zu mir der alte Weihnachtsmann,
und es fällt ihm wohl schwer, man sieht es ihm an.
Das Fest der Liebe ist es lange nicht mehr,
alle wollen viel Fressen und der Geschenke noch mehr.

Nur die teuersten Geschenke müssen es sein,
aber es gibt auch welche für die kauf bei Aldi ich ein.
Die Menschen wurden undankbar, geldgeil und gierig
und sagt überhaupt einer Danke, dann klingt das schon schmierig.

Dabei gibt es anderswo viel Kummer und Leid
Doch daran zu denken hat wohl keiner mehr Zeit.
Auch der Sinn des Christfest von einst ging verloren
wurde einst doch laut Bibel der Heiland geboren.

Doch besinnliche Weihnacht das kannst Du heute vergessen,
erst Geschenke aufreissen, dann kräftig fressen,
welch Kind singt heut noch ein Lied, wer kennt noch ein Gedicht
und nach dem Ursprung der Weihnacht frag ich lieber nicht.

Das heilige Fest wie wir einst es gedacht,
wurde lange schon durch Euch zum Konsumrauschfest gemacht.
Ich schleppe mich ab jedes Jahr mit den teuersten Geschenken
aber an den Ursprung der Weihnacht tut heut keiner mehr denken.

Und als seine Worte zu ende er bringt,
eine Träne mehr über seine Wangen rinnt,
mach’s besser mein Freund so ruft er mir noch zu,
dann verschwindet er zwischen den Bäumen im Nu.

Noch lange steh ich zwischen Fichten und Tann,
dann nehme ich meine Gedanken zusamm,
ich gehe nach Hause und für mich steht es fest
ich feiere dieses Jahr das alte Weihnachtsfest.

Wir werden zusammen sitzen unterm Tannenbaum
Und ich erzähle meinen Kindern von einem Traum.
Von einem Traum eines alternden Mann
den dennoch jeder der will auch erfüllen kann.

Und wir werden der wahren Weihnacht gedenken
und uns nicht sinnlos mit Werten beschenken,
und singen die alten Lieder im Kerzenschein
ja und wer weis vielleicht kehrt der alte Weihnachtsmann dann bei uns ein.

Ich wünsche es mir und Euch allen von Herzen
Eine frohe gesunde Weihnacht ohne Ärger und Schmerzen,
ohne viel Stress mit viel mehr besinnlicher Zeit,
die Ohren macht auf, die Herzen macht weit.

Ich hoffe es wird ein Fest der Liebe und Freude
denn dann, und das sage ich Euch schon heute
gibt es irgendwo zwischen Sträuchern und Tann
einen alten aber glücklichen Weihnachtsmann.

Es gefällt, und auch deine Worte gefallen, daher beende ich damit das heutige Türchen. Von den vielen Emails die wir täglich kriegen, wissen wir, dass wir viele mitnehmen, sie zum Schmunzeln oder Nachdenken bringen. Und es ist schön, dass wir soviel Resonanz kriegen, kleine „Häppchen“, die wir dann spontan noch in den Kalender packen können. 2 weitere Tage gehen wir den Weg noch gemeinsam – genießen wir sie!

Eure Karin